Auszüge aus: “Was geht mich der Dreck an?!”

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Genauer gesagt sind es Abermilliarden in unserem Boden, die mit einem geschätzten Gewicht von rund 600 Milliarden Tonnen gut ein Drittel des Gesamtgewichts aller Lebewesen auf unserer Erde ausmachen – Regenwürmer, Asseln und andere „größere“ Bodenbewohner noch nicht inbegriffen. Allein auf einem einzigen Teelöffel voller Erde leben davon mehr als Menschen auf der Erde – derzeit rund 7,5 Milliarden. […]

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Je nach Art umgibt die Pflanzenwurzeln z. B. bei Ektomykorrhiza-Pilzen (ekto = außen) ein dichtes Gewebe aus feinsten Pilzfäden, das die Pflanze mit Mineralien und Nährstoffen aus dem Boden oder mit Botenstoffen aus dem Netzverbund mit anderen Pflanzen versorgt. Im Gegenzug erhalten die Pilze Zucker aus der Photosynthese der Pflanzen bzw. Bäume. Auch reicht das Mycel (Gesamtheit der Pilzfäden) viel tiefer und weiter in den Boden als die Pflanzenwurzeln selbst. Mittels der vergrößerten Oberflächen der Hyphen (feinste Pilzfäden) ist zudem eine deutlich höhere Sauerstoff-aufnahme bzw. ein deutlich höherer Sauerstofftransport im Boden möglich. Außerdem geben sie den Bodenbestandteilen zwischen den feinen Verwebungen mehr Halt. Kaum vorstellbar, aber in nur 20 Gramm humusreichem Boden steckt ungefähr ein Kilometer Hyphen! […]

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Gesunder Boden, aufgelockert und durchwoben von Leben, ist wie ein Schwamm, der große Wassermassen aufnehmen und verarbeiten kann. Diese elementare Funktion rückt oft erst dann wieder in unser Bewusstsein, wenn in den Medien über Dürren, erhöhte Nitrateinträge im Trinkwasser (und die u. a. dadurch steigenden Steuerabgaben für „Trinkwasser-aufbereitung“) oder auch Starkregen-Niederschläge berichtet wird. Nicht nur Folgen des Klimawandels, sondern teilweise auch verdichteter oder versiegelter und degradierter Böden, die die Wassermassen aufgrund der eingeschränkten „Schwammfunktion“ lokal nicht mehr kompensieren können, wodurch es u. a. zu derlei sintflutartigen Überschwemmungen kommen kann. Wie die meisten aktuellen Probleme sind auch diese von uns hausgemacht. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Wir können das ändern, wenn wir wollen. (Was jeder von uns tun kann s. Infokasten S. 21). […]

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Während sich das Gros der Klimadebatten um Begrenzung und Verminderung des CO -Ausstoßes dreht, findet ein mindestens ebenso wichtiges wie einfach umzusetzendes Instrument zum Stopp des Klimawandels bislang noch wenig Beachtung: REKARBONISIERUNG.

Die Lösung scheint so einfach, dass man es kaum glauben mag. Denn im Grunde geht es darum, den Kohlenstoff aus der Luft wieder dorthin zu bringen, wo er hingehört: in den Boden, wo er für den Humusaufbau und damit die Bodenfruchtbarkeit ein elementarer Baustein ist. Nicht nur unsere größten Kohlenstoff-speicher, die Moore, leisten dazu, neben Grasland und Wäldern, einen enormen Beitrag. Es geht dabei vielmehr um jeden Acker. Jede Wiese. Jeden bepflanzten Kübel, wenn man so will. Denn der Schlüssel zum Wandel ist ein altbekanntes „Zauberwort“: PHOTOSYNTHESE. […]

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Dass so etwas möglich ist, erfordert nicht nur ein Umdenken in der Bevölkerung und bei den Landwirten, sondern auch einen politischen Willen. Denn es geht um Milliardengewinne. Nicht nur aus Verkaufserträgen landwirtschaftlicher Produkte, sondern auch aus daran angegliederten Sektoren wie beispielsweise Saatgut (Patente), chemische Produkte (Beize, Düngung, Spritzmittel etc.), Maschinen, Technik oder auch Investitions- und Spekulationsgeschäfte, die mittlerweile damit verbunden sind, u. v. m.

Und dass es nicht nur möglich, sondern auch notwendig ist, zeigt der stetige Schwund an fruchtbarem Boden, der uns förmlich unter den Füßen wegbricht. Laut UN gehen uns pro Minute weltweit fruchtbare Böden in der Größenordnung von ca. 30 Fußballfeldern verloren.[…]

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